
Das Projekt „Eigene Wohnung“ soll ausgebaut werden.
Leipzig (2mind) – Beim „Housing First“ erhalten wohnungslose Menschen ohne Umwege und Zwischenstationen außerhalb des regulären Wohnungsmarktes eine eigene Wohnung. So können Menschen dauerhaft aus der Wohnungslosigkeit geholt werden, wie das Modellprojekt „Eigene Wohnung“ in Leipzig zeigt. Im Rahmen des 2021 vom Rat der Stadt beschlossenen Projektes wurden 33 Teilnehmende mit einer Wohnung versorgt; zum Ende des Evaluationszeitraums am 01.12.2024 waren lediglich vier Personen wieder ausgeschieden. Wie der nun vorgestellt Abschlussbericht des Projektes zeigt, waren zwei der ausgeschiedenen Personen verstorben, eine Person wurde auf eigenen Wunsch in eine andere dauerhafte Wohnform vermittelt und eine Person wurde wieder wohnungslos. Der Stadtrat nat nun beschlossen, das Projekt auszuweiten.
Bei den Teilnehmenden des Modellprojekts „handelte es sich bei den Teilnehmenden zu einem sehr hohen Anteil um Menschen mit komplexen Problemlagen, die neben ihrer Wohnungslosigkeit zusätzlich mit einer zum Teil seit Jahrzehnten bestehenden Suchtmittelabhängigkeit und/oder mit einer psychischen Erkrankung zu kämpfen hatten und die auf dem herkömmlichen Wohnungsmarkt ansonsten kaum Chancen gehabt hätten, mit einer Wohnung versorgt zu werden“, heißt es in dem Bericht.
Zudem zeigte sich in dem Leipziger Projekt „eigene Wohnung“ die Bedeutung des Grundprinzips „Flexible Unterstützung so lange wie nötig“: Eine Beendigung der wohnbegleitenden Hilfen und sozialen Betreuung war innerhalb von etwa drei Jahren nur für einen sehr kleinen Teil der Zielgruppe; weit mehr als die Hälfte benötigte auch zum Abschluss der Evaluationsphase eine intensivere Begleitung.
Ob und wie viele zusätzliche Plätze in den kommenden Jahren bereitgestellt werden, hängt nun vom Wohnungsangebot und der finanziellen Situation der Stadt ab.
Der > Abschlussbericht des Housing-First-Projektes in Leipzig als PDF zum Download
