
Studie: Wohnungslose Menschen sind auf digitale Zugänge angewiesen.
Düsseldorf (2mind) – Wohnungslose Menschen nutzen digitale Medien für ihre sozialen Beziehungen und ihre persönlichen Belange – wie andere Menschen in unserer Gesellschaft. Sie seien „in ihrer digitalen Teilhabe zwar eingeschränkt, aber mitnichten gänzlich abgehängt“, heißt es in einer Studie.
Neun von zehn befragten Wohnungslosen besitzen ein Smartphone für den Internetzugang und nutzen es vor allem alltagspraktisch, konsum- und kommunikationsorientiert. Drei Viertel greifen dafür auf kostenpflichtige mobile Datenzugänge zurück, jedoch verfügt nur ein Drittel über ein ausreichendes Guthaben. Menschen ohne Unterkunft (obdachlose Menschen) sind dabei schlechter ausgestattet als etwa wohnungslose Menschen in Einrichtungen. „Armut ist auch bezogen auf digitale Teilhabe der zentrale Ungleichheitsfaktor“, so die Autoren der Studie.
Während die befragten wohnungslosen Menschen ihre digitalen Basiskompetenzen als gut einschätzten, bewerteten sie ihre Fähigkeiten in den Kompetenzbereichen „Umgang mit Informationen und Daten“ sowie „Kommunikation und Zusammenarbeit“ geringer als die Allgemeinbevölkerung. „Menschen, die über gesicherte und stabile Zugänge zu digitalen Medien verfügen, sehen sich auch besser in der Lage, diese zu nutzen und sie bauen Kompetenzen auf und aus“, heißt es in der Studie.
Die Forschenden verweisen auf die hohe Bedeutung digitaler Zugänge für wohnungslose Menschen: „Über den Zugang zu Wohnungen oder Arbeit wird etwa überwiegend im digitalen Raum entschieden.“ Auch für die Beantragung existenzsichernder Leistungen sei ein digitaler Zugang wichtig.
Die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS) hatte mit einer Förderung des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums von Juli bis Dezember 2025 insgesamt 1.026 Menschen online befragt, zwölf Tiefeninterviews geführt und zwei Fokusgruppen mit insgesamt neun wohnungslosen Menschen aus Beratungsstellen und stationären Einrichtungen gebildet.
