Nachrichtennutzung bleibt auf hohem Niveau

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Trotzdem vermeiden viele Menschen Nachrichten zumindest gelegentlich.

Hamburg (2mind) – Das Interesse der Menschen in Deutschland an Nachrichten bleibt hoch, ist aber leicht rückläufig. Durch Fernsehen, Radio, die Zeitung oder das Internet kommen die Menschen mehrmals pro Woche mit Nachrichten in Kontakt, so der im Juni veröffentlichte Reuters Institute Digital News Report 2026. Aktiv vermeiden jedoch 15 Prozent oft und 72 Prozent gelegentlich die Begegnung mit Nachrichten.

Bei den erwachsenen Onlinern besitzt das Internet eine hohe Bedeutung für den Nachrichtenkonsum: 67 Prozent lesen dort mindestens einmal pro Woche Nachrichten, für 44 Prozent ist das Internet die wichtigste Nachrichtenquelle. Dabei nutzen 36 Prozent Social Media für den Nachrichtenkonsum, was diese zur wichtigsten Online-Nachrichtenquelle macht.

Weitere Erkenntnisse in dem Bericht:

  • Fernsehen bleibt relevant: 59 % der Erwachsenen in Deutschland schauen wöchentlich Nachrichten im linearen Fernsehen, wobei der Anteil bei den 18- bis 24-Jährigen mit 32 % deutlich geringer ist. Für ältere Generationen (55+) bleibt es mit 77 % besonders wichtig.
  • Online-Zugang zu Nachrichten: 50 % der Onliner greifen gezielt auf Nachrichtenmarken zu, entweder direkt (35 %) oder über Suchmaschinen. Gleichzeitig gewinnen soziale Medien, vor allem bei den 18- bis 24-Jährigen (46 %), als Nachrichtenquelle an Bedeutung.
  • Soziale Medien für Nachrichten: Plattformen wie WhatsApp, YouTube und Facebook dominieren, bei jüngeren Nutzer auch Instagram (52 %). Diese Quellen werden jedoch meist ergänzend genutzt. Hinweise auf technische Probleme schränken die Aussagekraft der Ergebnisse zur Social-Media-Nutzung ein.
  • KI-Chatbots kaum relevant: Nur 5 % der Erwachsenen nutzen KI-Chatbots für Nachrichten. Hauptsächlich dienen sie der Erklärung, Einordnung oder Zusammenfassung von Themen.
  • Videos und Plattformen: YouTube wird für Nachrichtenvideos am häufigsten genutzt (21 %), gefolgt von Nachrichten-Websites (18 %) und Instagram (14 %). Junge Menschen bevorzugen Instagram und YouTube, wobei die Videolänge je nach Plattform variiert.
  • Newsfluencer und Creator: Jüngere Zielgruppen (18-24 Jahre) folgen verstärkt Nachrichten-Influencern (30 %). Diese werden als unterhaltsam und verständlich wahrgenommen, ersetzen klassische Medien aber selten.
  • Bezahlbereitschaft gering: Nur 11 % der Erwachsenen bezahlen für Online-Nachrichten, am häufigsten die 25- bis 34-Jährigen (22 %). Bezahlt wird überwiegend für Inhalte klassischer Nachrichtenmedien.
  • Vertrauen in Nachrichten stabil: 46 % der Onliner vertrauen dem Großteil der Nachrichten, während Nachrichten über Suchmaschinen (24 %) mehr Vertrauen genießen als Inhalte aus sozialen Medien (13 %) oder KI-Chatbots.
  • Falschmeldungsängste steigen: Fast die Hälfte der Nutzer äußert Sorge, Fakten und Falschmeldungen online nicht unterscheiden zu können.
  • Neutralität bevorzugt: Zwei Drittel der Onliner bevorzugen Nachrichtenquellen ohne Meinung. Besonders kritisch wird die Berichterstattung zu Migration und Einwanderung bewertet.

Der Bericht als PDF zum Download: Hölig, Sascha; Behre, Julia; Stöwing, Ezra; Möller, Judith (2026): Reuters Institute Digital News Report 2026 – Ergebnisse für Deutschland. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut, Juni 2026 (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts | Projektergebnisse Nr. 83) (CC BY 4.0)

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