
Berlin (2mind) – Immer mehr Menschen hören Radiogramme über ihre Smart Speaker. Finanziell profitieren die Radiosender davon kaum. Eine von den Medienanstalten in Auftrag gegebene Studie zeigt: Sollte die Marktdominanz der Big-Tech-Anbieter mit ihren Smart Speakern (wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Siri) weiter wachsen, könnte den Radioanbietern bis 2030 ein Verlust von mehreren hundert Millionen Euro drohen.
Zudem fungieren Plattformen wie Amazon, Google oder zunehmend als Gatekeeper für den Zugang zu Audioangeboten. „Für Hörfunkanbieter bedeutet dies, dass Reichweite, Auffindbarkeit und Nutzung zunehmend durch Plattformlogiken, Integrationen und Default-Einstellungen geprägt werden“, heißt es in der Studie.
Aktuell verfügen fast 30 Prozent der Haushalte in Deutschland über einen Smart Speaker, diese Geräte gelten als eine besonders schnell wachsende Consumer-Technologie.
Die Direktorin der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein, Eva-Maria Sommer, erklärte dazu: „Bislang verwerten die Plattformen sämtliche Nutzungsdaten vor allem für ihre eigenen Zwecke – und entziehen den Radiosendern damit die Möglichkeit, die Reichweite ihrer Inhalte durch Werbung zu refinanzieren.“ Den Radiosendern müssten die bezüglich ihrer Inhalte erhobenen Nutzerdaten zur Verfügung gestellt werden. Sommer weiter: „Durch fairere Wettbewerbsbedingungen könnten Millionen an Umsätzen zu den Radioveranstaltern zurückfließen – und damit auch in die wichtige Finanzierung lokaler journalistischer Strukturen.“
Der Bericht „Bedeutung von Smart Speakern für den deutschen Hörfunk“ > zum Download
