
Der Deutsche Medienrat spricht sich gegen ein pauschales Social-Media-Verbot aus.
Berlin (2mind) – Der Deutsche Ethikrat spricht sich gegen ein pauschales Zugangsverbot zu Social Media für Kinder und Jugendliche aus. „Maßnahmen sollten vorrangig darauf abzielen, Risiken in digitalen Umgebungen kontrollierbar zu machen, ohne Teilhabe und Befähigung unnötig einzuschränken“, heißt es in der Ad-Hoc-Stellungnahme. Restriktivere Maßnahmen nur bei besonders gravierenden Gefährdungen gerechtfertigt – oder wenn ein ausreichender Schutz anders nicht erreichbar sei.
Als Alternative zu einem Verbot schlägt der Ethikrat ein dreistufiges, risikobasiertes Modell für den technischen Kinder- und Jugendschutz vor:
Stufe 1: Eltern sichern den Schutz ihrer Kinder, indem sie deren Alter bei der Smartphone-Konfiguration eingeben.
Stufe 2: Zusätzliche Alterskontrollen – etwa durch biometrische Verfahren – können einen zusätzlichen Schutz bieten.
Stufe 3: Für den Zugang zu Inhalten, die Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden dürfen (etwa pornografische Angebote) sollten die Anbieter auf besonders sichere Altersverifikationsverfahren zurückgreifen.
„Risikobasierte Ansätze ermöglichen in der Regel ein höheres Maß an Teilhabe und fördern die Entwicklung von Medienkompetenz“, heißt es in der Stellungnahme. „Sie stehen damit in einem geringeren Spannungsverhältnis zu Teilhabe und Befähigung als weiteren zentralen Dimensionen des Kindeswohls.“
Die > Stellungnahme des Deutschen Ethikrates als PDF zum Download
