
Zum Teil werden Propagandaquellen wie Nachrichten zitiert.
Berlin (2mind) – Nur 5 Prozent der Erwachsenen nutzen KI-Chatbots für Nachrichten. Wie der Reuters Institute Digital News Report 2026 zeigt, werden KI-Tools hauptsächlich zur Erklärung, Einordnung oder Zusammenfassung von Themen genutzt. Nutzende sollten dabei wissen, dass wenige reichweitenstarke Domains diese Zusammenfassungen dominieren. Darauf weist die Studie „Meinungsbildung im Wandel“ von Agora Digitale Transformation hin.
Das von der Stiftung Mercator getragene Institut analysierte 4.811 Quellenverweise aus 675 Anfragen zu politisch und gesellschaftlich relevanten Themen. In den analysierten Outputs kam die Mehrzahl der insgesamt 554 identifizierten Quellen nur vereinzelt vor. Das führe zu Verzerrungen. Je nach Thema verschiebe sich – für den Nutzenden nicht erkennbar – die politische Ausrichtung der zitierten Quellen. Laut Bericht zitierte Claude zudem Domains des russischen Desinformationsnetzwerks Pravda wie eine Nachrichtenquelle.
„Die Quellenauswahl der KI-Systeme ist eine Blackbox“, heißt es in dem Bericht. „Keiner der untersuchten Anbieter dokumentiert, nach welchen Kriterien das System Quellen auswählt und gewichtet.“ Die Autoren fordern eine Transparenzpflichten im laufenden Betrieb von KI-Modellen und eine faire Vergütung bei Zugriff auf Inhalte Dritter. Zudem müssten bestehende Kooperationen mit Medienhäusern für KI-Anwendende offengelegt werden.
Der Bericht als PDF zum Download: Vivien Benert, Stina Timmermann (2026). Meinungsbildung im Wandel. Wie KI-Systeme Quellen bei der Nachrichtensuche selektieren. Berlin: Agora Digitale Transformation (CC BY-SA 4.0)
