
Schuldnerberatungsstellen stehen durch aufwändigere Beratungen unter Druck.
Berlin (2mind) – Mit 34.650 Euro waren die von Schuldnerberatungsstellen im vergangenen Jahr begleiteten Menschen durchschnittlich verschuldet. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, lag die durchschnittliche Verschuldung 2025 bei Männern mit 39.717 Euro deutlich über der von Frauen mit 29.500 Euro. Hauptverschuldungsursachen waren bei den Hilfesuchenden der Schuldnerberatungsstellen mit 18 Prozent Erkrankung, Sucht oder Unfall – gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 Prozent.
Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin waren für alleinerziehende Frauen in rund 23 Prozent der Fälle ein Hauptauslöser der Überschuldung. Einpersonenhaushalte bildeten unter den Ratsuchenden mit mehr als der Hälfte (knapp 52 Prozent) die größte Gruppe.
In den meisten Fällen lagen Zahlungsrückstände gegenüber mehreren Gläubigern vor, darunter besonders häufig gegenüber
- der öffentlichen Hand (z.B. Finanzämtern, gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern sowie der Bundesagentur für Arbeit und deren Jobcentern) bei rund 57 Prozent aller beratenen Personen,
- Telekommunikationsunternehmen mit einem Anteil von etwa 47 Prozent,
- Kreditinstituten mit rund 37 Prozent und
- dem Online- und Versandhandel mit knapp 29 Prozent der Fälle.
„Am Anfang einer Verschuldungsspirale stehen oft Schicksalsschläge“, so die Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa gegenüber der Presse. „Es manifestieren sich Lebensrisiken, die grundsätzlich jeden treffen können und die zu bewältigen alleine oft nicht gelingt.“ Die soziale Schuldnerberatung sei überlastet. Die Caritas-Präsidentin weiter: „Die Beratungskonstellationen werden komplexer und damit aufwändiger. Eine schnelle Beratung kann verhindern, dass sich Probleme zu Problembergen stapeln, unter denen die hoch verschuldeten Menschen förmlich zusammenbrechen.“ Deshalb müsse das Angebot der Schuldnerberatung auch angesichts finanzieller Engpässe in zahlreichen Kommunen erhalten bleiben.
Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2025 beruhen auf Angaben von 738 der insgesamt etwa 1.360 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland zu rund 187.000 beratenen Personen.
